Li-Ionen Akkus: Der richtige Umgang
Inhaltsverzeichnis
Steigerung der Kapazität durch Aufkleben einer Folie?
Bei
der Akkulaufzeit wird oft geflunkert, es gab zwischendurch sogar Wunderfolie.
THG beschäftigt sich mit den Fakten und dem technischen Hintergrund moderner
Li-Ionen-Akkus.
Explosiv, und dabei doch so notwendig — die Lithiumionen-Akkus
beherrschen eindeutig den IT-Bereich. Trotzdem kennen sich die meisten, und
manchmal selbst IT-Profis, kaum damit aus. Man muss also wissen, wie sie
funktionieren, vor allem aber, wie man mit ihnen umgeht, wie man sie schont
und aufbewahrt. Man strebt immer längere Laufzeiten an, und unsere
Artikel-Serie zu diesem Thema geht dem Problem auf den Grund.
In der Vergangenheit beschäftigte sich
THG mit der Firma Batterylife, die ihren Sitz in der Schweiz hatte und begann,
in Deutschland ihr Unwesen mit fragwürdigen Produkten zu treiben.
Dieses Unternehmen bot Folien an, die auf Akkus geklebt
deren Lebensdauer beträchtlich verlängern sollten. Wir enttarnten
diesen physikalischen Unsinn und baten die Geschäftsführerin des Unternehmens
zu einem Interview-Termin. Unser Artikel
Interview mit Batterylife: Technik-Revolution oder Nepp? ist den meisten
Lesern sicher noch allgegenwärtig. Interessant auch, dass
viele auf diesen Trick hereinfielen oder gar nicht erst die Probe aufs Exempel
machten.
Es sind vor allem die Fragen, die sich viele stellen:
Muss man den Akku herausnehmen, wenn das Notebook ans
Stromnetz angeschlossen ist? Kann man einen Akku verjüngen, der seine Kraft
nach 20 Minuten verliert? Muss man ihn vollständig entladen, und vor allem,
wie kann man kostbare Minuten bei einem Notebook gewinnen? Auch wenn
zum Einstieg in dieses Thema vorrangig Li-Ionen-Akkus und Notebooks behandelt
werden, gelten bestimmte Abschnitte dieses ersten Teils auch für andere
Geräte. Die Li-Ionen-Akkus überschwemmen nämlich die Erde (2 Milliarden Zellen
werden jedes Jahr produziert) und zeugen von einem neuen Trend. Der Mensch
wird wieder neu geboren, und nach der Nabelschnur trennt er alle Kabel, die
ihn behindern. WLAN, WUSB, Bluetooth, WiMAX — nun für einen Augenblick das
allgegenwärtigste aller Kabel herausziehen, das Stromkabel!
Erste Anfänge gab es 1912

Die allerersten Arbeiten haben 1912 begonnen und werden
Gilbert Newton Lewis zugeschrieben, einem amerikanischen Chemiker. Die ersten
Lithium-Batterien sind in den 70er Jahren erschienen, und die ersten Versuche
mit wieder aufladbaren Batterien fanden in den 80er Jahren statt. Die
Schwierigkeiten, die diese Technologie bot, wurden zuerst von Bell Labs
überwunden. Man denke dabei an die Instabilität von Lithium beim Laden des
Akkus. Professor John Goodenough und sein Team von der Universität von Oxford
zeichnen ebenfalls für die Fortschritte verantwortlich, die die
Markteinführung dieses Akkus durch Sony 1991 ermöglicht haben.
Anode, Kathode und andere
Ein Akku besteht aus mehreren Elementen, die zusammengebaut
werden. Da sind zunächst die Akkumulatoren (oder Akkuzellen), die die Energie
speichern. Das sind im Allgemeinen (aber nicht unbedingt) starre Zylinder
(herkömmlichen Batterien ähnlich), denn sie sind nicht sehr teuer
herzustellen, bieten eine gute Dichte, einen guten Widerstand gegenüber
Innendruck und sind mechanisch stabil. In Artikeln und News ist häufig von 6-
oder 9-zelligen Akkus die Rede. Man muss wissen, dass ein Akkumulator einer
Zelle entspricht. Ein 6-zelliger Akku enthält also 6 Akkuzellen.
Sicherheit

Die Zelle besteht im Wesentlichen aus drei Elementen: der
Anode (elektrisch negativ), der Kathode (elektrisch positiv) und Schichten
zwischen den beiden, die aus Polyethylen oder Polypropylen bestehen. Diese
Schichten haben Poren, die sich bei 130 °C schließen, um jede chemische
Reaktion zu stoppen, wenn der Akku zu heiß wird. Die Hersteller bauen darüber
hinaus verschiedene Elemente ein, die für die Sicherheit des Akkus sorgen, wie
eine Membrane, die reißt, wenn der Innendruck zu groß wird. Wenn sie reißt,
läuft die Zelle im Leerlauf, was grundsätzlich den Druck mindern müsste. Wenn
das nicht ausreicht, öffnet sich ein Ventil, um zu verhindern, dass der
Zylinder platzt.
Bei der Herstellung setzen die Konstrukteure einen PTC
(Positive Temperature Coefficient) unter den Pluspol des Akkus. Es ist
grundsätzlich nicht möglich, den PTC zu entfernen, ohne den Akku zu zerstören.
Er soll auf Temperaturerhöhung reagieren, und sobald eine voreingestellte
Schwelle überschritten wird, reduziert oder stoppt er den Stromfluss, damit
die Temperatur wieder sinkt. Die Akkus verfügen darüber hinaus über eine
Dichtung, um jegliches Entweichen zu verhindern. Doch trotz all dieser
Sicherheitsmaßnahmen sind Li-Ionen-Akkus immer noch gefährlich, wie der Ärger
zeigt, den Sony mit ihnen hatte. Ohne paranoisch werden zu wollen, bedürfen
diese Akkus doch einer gewissen Wachsamkeit bei der Herstellung und
Handhabung.
Der Platz des Lithiums
Doch eine Frage ist noch offen. Warum nennt man sie Li-Ionen-
oder Lithiumionen-Akkus? Das Lithium befindet sich in der positiven und in der
negativen Elektrode sowie im Elektrolyt. Es ist das leichteste Metall und
verfügt über ausgezeichnete elektrochemische Eigenschaften; so bietet es eine
im Verhältnis zu seinem Gewicht große Energiedichte (zweimal so hoch wie bei
Ni-Cd). Doch ist das Lithium hier nicht in seiner metallischen, sondern in
seiner ionischen Form vorhanden. Daher rührt der Name Lithiumionen. Der Grund
dafür ist, dass die metallische Form aus Sicherheitsgründen nicht zu
vermarkten war. Die Instabilität seiner Struktur brachte die Hersteller dazu,
Lithiumionen zu wählen, die zwar eine geringere Energiedichte bieten, dafür
aber viel sicherer sind.
Die Kathode besteht grundsätzlich aus Kobaltdioxid, aber es
gibt auch Modelle, bei denen Mangan verwendet wird. Für die Anode allerdings
wird seit den Forschungen der Bell Labs im Jahr 1997 kugelförmiger Graphit
verwendet, auch MCMB (Meso Carbon Micro Beads) genannt. Das Elektrolyt besteht
aus einem leitfähigen Salz. Am Ende erhält man die folgende Reaktion.

All das wird von einer Isolierschicht umgeben. Der positive
Teil des Akkus ist in Aluminium gekleidet, im Gegensatz zum negativen Teil,
der Kupfer enthält.
Angst der Hersteller: Statische Elektrizität oder defektes Ladegerät
Theoretisch können die Zellen in Reihe oder parallel
geschaltet werden. In der Praxis, bei Notebooks, begegnet man beiden Formen
gleichzeitig. So verfügt zum Beispiel THGs Testnotebook (ein Fujitsu Siemens
M3438G-75005) über 8 Zellen. Je 4 Samsung-Akkus ICR-18650 mit 3,7 V sind in
Reihe geschaltet, um eine Spannung von 14,8 V (3,7 x 4) zu erzielen, und die
beiden Reihen sind parallel geschaltet, um die Kapazität zu erhöhen, die nun
4400 mAh erreicht. Die elektrische Ladung jeder Reihe liegt bei 2200 mAh, die
man mit 2 multipliziert, weil zwei parallele Reihen vorhanden sind. Eine
derartige Konfiguration wird 4S2P (4 Akkus in Reihe, 2 parallele Reihen)
genannt, man kann aber auch 9-zellige Akkus vom Typ 3S3P oder 12 Zellen vom
Typ 4S3P finden. Achtung, jeder Akku verwendet andere Zellen! Die Spannung
oder das Potenzial wie die elektrische Ladung können je nach Modell variieren.
Elektronische Schaltung
Der Akku enthält zudem eine elektronische Schaltung, die
außerordentlich wichtig ist, weil sie sein korrektes Funktionieren und seine
Sicherheit gewährleistet. Diese Schaltung besteht grundsätzlich aus einem
Transistor (FET - Field Effect Transistor), der alles trennt, wenn die
Ladespannung den Nominalwert um 0,1 V übersteigt, und einer Sicherung, die
herausspringt, wenn die Temperatur 90 °C erreicht. Dafür werden
unterschiedliche Sicherungstypen verwendet. Manche sind für immer
durchgebrannt, sobald der Wendel zerstört ist, andere können wieder
reaktiviert werden. Es gibt auch einen Schalter, der anspricht, wenn der
Innendruck zu hoch wird (über 10 bar) und dabei den Strom abschaltet. Eine
Schaltung in einem mehrzelligen Akku überwacht auch die Spannung jeder Zelle
und die Spannung der Verbindungen zwischen den Zellen. Sie versucht außerdem,
eine übermäßige Entladung zu verhindern, indem der Strom abgeschaltet wird,
wenn die Spannung unter 2,50 V pro Zelle sinkt.
Besteht Gefahr?
Angst haben die Hersteller jedoch nach wie vor vor statischer
Elektrizität oder einem defekten Ladegerät, das die elektrische Schaltung
beschädigen könnte. So ein Schaden könnte die Sicherung in der ON-Position
festklemmen, ohne dass der Anwender es merkt. Grob gesagt, die elektrische
Schaltung erfüllt nicht mehr ihre primäre Funktion, die darin besteht, den
Strom abzuschalten, wenn die Betriebsbedingungen riskant werden. Praktisch
handelt es sich hier eher um einen theoretischen Fall, doch steigt dadurch die
Notwendigkeit, das vom Hersteller gelieferte Ladegerät zu verwenden.
Allgemein kann man sagen, dass die Hersteller von Notebooks
sehr darauf achten, welche Akkus Sie verkaufen. Das ist aber in anderen
Bereichen nicht so, und man kann gelegentlich auf Lithiumionen-Akkus stoßen,
die nur eine minimale oder überhaupt keine Elektronik zum Schutz des Anwenders
haben. Die Hersteller von Notebooks sind auch sehr diskret, was die
verwendeten Technologien angeht, und es war relativ schwierig, ins Detail der
Zusammensetzung einer Li-Ionen-Zelle zu gehen. Jeder Hersteller hat hier sein
eigenes Rezept, das extrem gut gehütet wird.

Der Skandalfall Sony: Brennende Akkus

Anders, als man hier und da lesen kann, gibt es doch einige
Regeln und Normen. So gibt es heute vor allem die Norm IEEE 1625. Sie wurde am
12. April 2004 aus einer gemeinsamen Bemühung der großen Namen der Branche
geboren: IBM, Dell, Hewlett Packard, Compaq, Samsung, Sony, Motorola, Texas
Instruments und andere mehr. Diese Normen mit dem Namen "Standard for
Rechargeable Batteries for Portable Computing" regeln die Herstellung und die
Entwicklung von Akkus. Sie sind auch eine Orientierungshilfe für
Qualitätskontrollen, indem sie Minimalkriterien festlegen. Das Ziel der IEEE
1625 war eindeutig festgelegt: "mehr Schutz, um die Risiken bei einem
thermischen oder mechanischen Schock, bei Vibrationen oder anderen Belastungen
zu reduzieren".
Manche werden sagen, dass angesichts der Geburt und
Entwicklung von Notebooks 2004 relativ spät ist. Um genau zu sein, es gab
schon vorher einige Standards. Ihr Nachteil war aber, dass sie sich auf die
Zellen konzentrierten und das Gehäuse und die Elektronik vernachlässigten oder
umgekehrt. Die IEEE 1625 harmonisiert all dies, indem sie einen Standard
einführt, der alle Elemente eines Akkus einzeln und zusammen betrifft.
Feuertaufe

Jedoch hat das Jahr 2006 gezeigt, dass dieser Standard nicht
mehr zweckmäßig war. Innerhalb von zwei Jahren ist die Konkurrenz immer härter
geworden, und die Unternehmen versuchen, die Produktionskosten möglichst stark
zu reduzieren und gleichzeitig immer schneller neue Modelle herauszubringen.
Diese neue Landschaft hat jedoch gezeigt, wie empfindlich die
Lithiumionen-Akkus sein können und in welchem Maße diese Politik des immer
schneller und immer billiger den Schwung eines Unternehmens wie Sony
ausbremsen und dazu führen kann, dass erhebliche Geldsummen verbrannt werden.
Im Juni 2006 fängt das Dell-Notebook eines Journalisten in
einem Konferenzraum in Japan Feuer. Es wird eine Untersuchung eingeleitet, und
es gibt erste Hinweise darauf, dass es ein Überhitzungsproblem mit dem Akku
gab. Im Juli 2006 wurden diese Vermutungen durch Labortests bestätigt, und was
noch überraschender ist - man erfährt, dass Dell Bescheid weiß. Im August 2006
erfährt man, dass die Akkus von Sony hergestellt wurden und dass sie nicht nur
an Dell verkauft wurden, sondern auch an HP, Apple, Lenovo, Fujitsu, Hitachi
und andere.
Zurück in der Wirklichkeit

Einige Tage später gibt Sony eine Erklärung ab. Der Hersteller
gibt zu, dass in der chemischen Lösung der Lithiumionen-Akkus "in seltenen
Fällen mikroskopisch kleine Metallpartikel" vorhanden sind, die "einen
Kurzschluss auslösen" und "zu Überhitzung oder möglicherweise Brandbildung
innerhalb der Zelle führen" können. Der japanische Hersteller hat sofort "eine
Reihe an zusätzlichen Schutzmaßnahmen beim Herstellungsprozess der Akkus
eingeführt, um das Problem zu beheben". Diese sehr allgemeine Erklärung wurde
im Oktober 2006 durch genauere Einzelheiten ergänzt. In dem Augenblick, in dem
das Elektrolyt in die Akkuzelle gegossen wurde, sind unter anderem
Nickelpartikel in die Zelle gelangt. Sony hat jedoch nie erklärt, wie das
Nickel in seine Produktionskette gelangt ist. Um die Sache richtig
einzuordnen: Es sind nur sehr wenige defekte Akkus in Brand geraten, und die
Zahl der Opfer lässt sich an den Fingern beider Hände abzählen.
Doch statt dieses Problem ernst zu nehmen, haben manche
Hersteller, darunter Sony, den Rückruf der defekten Akkus lange
hinausgezögert. Angesichts der massiven Empörung der Verbraucher geschah dann
doch das Unvermeidliche, und sämtliche Hersteller (selbst die zögerlichsten)
riefen ihre Produkte zurück. Insgesamt wurden fast 10 Millionen Akkus
zurückgerufen, wobei Kosten in Höhe von 430 Millionen Dollar entstanden. Eine
andere Konsequenz war ein Protest der IEEE, die im September 2006 eine
Überarbeitung der IEEE-1625-Norm ankündigte. Aus dieser Überarbeitung soll ein
neuer Standard hervorgehen, IEEE 1825, der neben Lithiumionen-Akkus auch
Lithiumionen-Polymer-Akkus betreffen soll.
Richtiges Laden und Entladen von Akkus
Die Gewohnheiten im Umgang mit Akkus stammen noch aus der
Ni-Mh-Zeit. Es ist also wichtig, dass man die Verwendung der Akkus von der
ersten Benutzung bis zum Wegwerfen überdenkt.
Auf die Entladung achten
Wenn man den Akku bekommt, darf man ihn nicht vollständig
entladen. Man muss ihn im Gegenteil ohne Unterbrechung vollständig aufladen.
Tatsächlich darf man den Akku niemals vollständig entladen, weil er sonst auf
einen Schlag 20 % seiner Kapazität einbüßt. Im Allgemeinen achten die
Betriebssysteme darauf und schalten das Notebook aus, bevor der Akku keine
Energie mehr hat. Dies hat seinen Grund darin, dass die Akkuzellen an eine
komplexe elektronische Schaltung angeschlossen sind, die stets mit Strom
versorgt werden muss. Zudem führt eine völlige Entladung zu einer
Verschlechterung der chemischen Elemente in der Akkuzelle. Aus diesem Grund
kann das Aufladen des Akkus (nach einem völligen Entladen) auch gefährlich
sein. Daher kann eine interne Schaltung das Aufladen verhindern, um einen
Störfall zu vermeiden. Das hat aber auch zur Folge, dass der Akku unbrauchbar
wird. Es ist nicht ratsam, seinen Akku um mehr als 95 % zu entladen, soweit
dies möglich ist. Kleinere Aufladungen sind häufig am besten.
Lade-/Entladezyklen
Im Gegensatz zu dem, was allgemein gesagt wird, ist die Zahl
der Ladezyklen nicht identisch mit der Anzahl der Ladevorgänge des Akkus.
Angenommen, der Akku hat noch 50 % seiner Ladung. Man lädt ihn auf 100 % auf
und macht das Gleiche noch einmal. Man hat seinen Akku dann also zweimal um 50
% aufgeladen, aber zwei Aufladungen von 50 % entsprechen nur einem Ladezyklus.
Im Gegensatz zur überkommenen Auffassung ist es also nicht nötig zu warten,
bis der Akku leer ist, um ihn aufzuladen. Wie bereits gezeigt, trifft genau
das Gegenteil zu. Und schließlich müsste der Akku beim Laden eine Temperatur
zwischen 0 und 45 °C haben. Bei niedrigeren Temperaturen würde das Lithium an
den Elektroden kleben, bei höheren Temperaturen würde der Druck zu groß. In
beiden Fällen kann der Akku instabil werden. Wenn die Ladetemperatur wirklich
einmal über 45 °C geht, stoppt eine Schaltung den Ladevorgang, und man denkt,
der Akku sei voll, obwohl er es gar nicht ist. Man schätzt, dass die optimale
Temperatur bei 20 °C liegt. Wie weiter unten gezeigt wird, ist die
Betriebstemperatur (beim Laden oder Entladen) ein wichtiges Element im Leben
eines Akkus. Man muss also besonders gut darauf achten.
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Doch gibt es für jede Regel auch eine Ausnahme. Es wird
empfohlen, den Akku bei den ersten Verwendungen voll aufzuladen und dann das
Notebook, ohne den Akku zwischendurch aufzuladen, bis zur kritischen Schwelle
(5 % Ladung) zu benutzen, aber ohne diese zu unterschreiten. Ist die Schwelle
erreicht, lädt man den Akku vollständig wieder auf. Anders als viele heute
meinen, dient dieser Vorgang nicht dazu, den Akku zu formatieren und seine
Kapazität zu steigern, sondern lediglich dazu, die Systeme, die das
Ladungsniveau messen, zu justieren. Dies nennt man Kalibration, denn so kann
man das Messsystem kalibrieren, damit es eine genauere Einschätzung der
restlichen Energie erzielt. Im Schnitt ist es empfehlenswert, den Akku jeden
Monat zu kalibrieren, besonders, wenn man in der Regel nur kleinere
Aufladungen vornimmt.
Normaler Verlust
Lithiumionen-Akkus haben die Eigenart, während der ersten zehn
Zyklen Kapazität zu verlieren. Der Verlust ist nicht groß (einige Prozent) und
schwächt sich mit der Zeit ab. Dieser Verlust hängt stark von den verwendeten
Materialien ab und ist daher nicht bei allen Akkus gleich, er ist nicht einmal
systematisch.

Der Memory-Effekt: Weniger Energieabgabe als möglich
Diese Abnahme der Kapazität erklärt sich aus dem
Herstellungsprozess der Li-Ionen-Zelle. Bei der Produktion der Zelle setzt der
Hersteller einen Lade-/Entladezyklus ein, durch den eine Schutzschicht auf der
Anode entsteht, der aber auch bewirkt, dass etwas Lithium verbraucht wird.
Diese Schicht entwickelt sich während der ersten Zyklen weiter, was die
Konsequenz hat, dass noch etwas mehr Lithium verbraucht wird. Weniger Lithium
bedeutet logischerweise auch weniger Kapazität. Es ist trotzdem sehr schwierig
zu bestimmen, in welchem Maße der Akku an Kapazität verliert, da das Phänomen
je nach verwendeten Materialien unterschiedlich ausfällt.

Es gibt noch eine andere überkommene Vorstellung, der zufolge
man den Akku beschädigt, indem man ihn auflädt, wenn er nur zum Teil entladen
ist. Diese Vorstellung hängt mit dem Phänomen zusammen, das "Memory-Effekt"
genannt wird. Vor einigen Jahren haben sich die Hersteller von Ni-Cd- und die
von Ni-Mh-Akkus gegenseitig das Schreckgespenst des Memory-Effekts
vorgeworfen, um sich gegenseitig schlechte Werbung zu machen. Das hat vor
allem für eine massive Verwirrung der Öffentlichkeit gesorgt. Es ist daher
wichtig, die Dinge ganz kurz wieder klarzustellen.
Ein Scheinproblem
Der Memory-Effekt ist das Phänomen, dass ein Akku sich
weigert, alle Energie abzugeben, die er gespeichert hat, weil er wieder
aufgeladen wurde, bevor er völlig leer war, und den Zustand, den er zum
Zeitpunkt des Neuaufladens erreicht hat, als Zustand der Erschöpfung
gespeichert hat.
Dieses Phänomen war zuerst von der NASA entdeckt worden. Deren
Satelliten im Orbit luden sich in hellen Phasen auf und entluden sich bei
dunklen Phasen. Achtung, die Lade-/und Entladephasen sind immer absolut gleich
lang geblieben! Nach mehreren Lade-/Entladevorgängen hat die NASA bemerkt,
dass der Akku jenseits des Punktes, bis zu dem er für gewöhnlich entladen
wurde, keine Energie mehr abgab. Der Akku hatte im "Gedächtnis" behalten, bis
zu welchem Punkt er für gewöhnlich entladen wurde und weigerte sich, darüber
hinauszugehen.
Im alltäglichen Leben ist es praktisch unmöglich, bei
Ni-Cd-Akkus unter dem Memory-Effekt zu leiden. Die Lade- und Entladezeiten
sind selten (oder nie) über mehrere aufeinander folgende Zyklen absolut
identisch. Dafür müsste der Anwender schon versuchen, den Memory-Effekt zu
reproduzieren, was ein theoretisches Problem ist. In Wirklichkeit ist es sogar
im Labor schwierig, den Memory-Effekt zu reproduzieren, und ein x-beliebiger
Anwender hat nichts zu befürchten.

Der wahre Pseudo-Memory-Effekt
Nichtsdestoweniger haben die Hersteller von Ni-Cd- und
Ni-Mh-Akkus ein anderes Phänomen als "Memory-Effekt" bezeichnet, das man in
Erinnerung an diese Störung, die, anders als die zeitgenössischen Argumente
vorgaben, ebenso die Ni-Cd wie die Ni-Mh-Akkus betraf (auch wenn erstere mehr
darunter leiden), heute den "Pseudo-Memory-Effekt" nennt. Einfach gesagt, wenn
ein Akku an das Ladegerät angeschlossen bleibt, obwohl er bereits voll ist (im
Schnitt einen Tag lang, nachdem der Akku vollständig aufgeladen war), bewirkt
der Strom eine Schädigung in der Struktur der Akkuzelle, die dann nur noch
eine geringere Spannung (1,08 V/Element) als die nominale Spannung der
Ni-Cd-Akkus (1,2 V/Element) liefern kann.
Man hat dann also plötzlich Akkus, von denen die einen die
vorgesehene Spannung liefern und die anderen eine niedrigere. Wenn nun das
Gerät, in dem diese Akkus arbeiten, die vorgesehene Spannung anfordert, können
die beschädigten Akkus ihre Energie nicht abgeben, und man meint, es mit dem "Memory-Effekt"
zu tun zu haben. Zur Information sei gesagt, dass man dieses Phänomen bei
Ni-Cd-Akkus rückgängig machen kann, indem man den Akku bis zu seiner
kritischen Schwelle entlädt und dann neu auflädt.
Das Lithium-Ion hat kein Gedächtnis
Man könnte sich fragen, ob dieses Problem nicht auch die
Li-Ionen-Akkus betrifft, insbesondere diejenigen, die in einem Notebook
bleiben, wenn es an das Stromnetz angeschlossen ist. Man könnte meinen, dass
der Akku dann eine Spannungsabsenkung erleiden könnte, weil er ständig geladen
wird. Doch in Wirklichkeit sieht das ganz anders aus, und Li-Ion-Akkus haben
dieses Problem aus einem ganz einfachen Grunde nicht. Während des Ladens gibt
das Ladegerät einen Teil der Spannung an die Akkus ab, und der andere Teil
dient dem Betrieb des Notebooks. Das ist auch der Grund dafür, warum es länger
dauert, einen Akku zu laden, wenn das Notebook in Betrieb ist, als wenn es
ausgeschaltet ist und das Ladegerät die abgegebene Spannung nicht aufteilen
muss. Sobald die Akkus aufgeladen sind, schaltet die Elektronik die
Stromzufuhr für die Akkus ab, die dann automatisch keinen Strom mehr bekommen,
wodurch das Überladen verhindert wird.
Zum Glück haben Li-Ionen-Akkus auch einen Horror davor,
überladen zu werden (durch Überladen entsteht Wasserstoff, und der Druck
steigt, was zu einer Explosion führen kann). Deshalb muss man auch unbedingt
das mitgelieferte Ladegerät benutzen und die Akkus unter Beachtung der
Herstellerhinweise laden. Sämtliche digitalen Produkte vom Notebook bis zum
digitalen Walkman werden mit einem Ladegerät geliefert, und man muss unbedingt
dieses benutzen und kein anderes. Ein ungeeignetes Ladegerät kann eine
Explosion verursachen. Um genau zu sein: Man kann sich getrost ein
leistungsfähigeres Ladegerät als das vom Hersteller gelieferte besorgen -
unter der Bedingung, dass es nicht mehr Spannung als das Originalladegerät
liefert.
Ladespannung
Im Durchschnitt liegt die Ladespannung für Notebook-Akkus bei
4,2 V pro Zelle, und wenn sie jemals steigen sollte, und sei es nur um 0,1
V/Zelle, dann müsste die Elektronik das Laden stoppen. Früher lag die Grenze
bei 4,1 V/Zelle, doch konnte diese Grenze durch Zugabe eines chemischen
Mittels angehoben werden. Das Problem ist, dass das Anheben der Ladespannung
die Kapazität des Akkus erhöhen, dafür aber seine Lebensdauer erheblich
verkürzen kann.
Nimmt man jedoch das Ladegerät des Testnotebooks, stellt man
fest, dass darauf 20 V Spannung angegeben werden. Wie kommt das? Die Akkus des
Testnotebooks haben einen 4S2P-Aufbau. Das bedeutet, dass 4 Zellen in Reihe
geschaltet sind und dass die Spannung, die das Ladegerät liefert, deshalb
durch 4 geteilt wird (wie man die Spannung der Zellen auch mit 4
multipliziert, um die Gesamtspannung des Akkus zu ermitteln). Da 2 bis 3 Volt
für die Spannungsregelung oder für elektronische Verluste bereitgestellt
werden, hat man am Ende noch 17 V, also 4,25 V/Zelle, was dicht beim oben
genannten Wert liegt. Man sieht also, wie wichtig es ist, das mit dem Notebook
gelieferte Netzteil zu verwenden, um sicher zu sein, dass die Spannung auch
von den Akkus unterstützt wird.
Diejenigen, die immer noch nicht überzeugt sind, können sich
mit diesen Videos "abkühlen" (Video 1, Video 2, Video 3). Die fraglichen Akkus
sind Li-Ionen-Polymer-Akkus, sie stehen aber dennoch dafür, was in der Praxis
auch mit Li-Ionen-Akkus passieren kann. Es gilt außerdem darauf hinzuweisen,
dass Superladegeräte, die Lithiumionen-Akkus neues Leben einhauchen sollen,
gemieden werden sollten - eine tote Zelle kann nicht wieder zum Leben erweckt
werden.
Regeln für Notebook-Akkus

Die Frage, ob man den Akku in seinem Notebook lassen sollte
oder nicht, wenn er an das Stromnetz angeschlossen ist, hat zahlreiche
Diskussionen ausgelöst. Die Antwort hängt einzig von der individuellen
Empfindlichkeit und den eigenen Möglichkeiten ab.
Den Akku im Notebook lassen
Wie oben gezeigt, liegt die optimale Ladetemperatur bei 20 °C,
und selbst wenn das Notebook den Akku ab 10 % Ladungsverlust lädt, braucht man
10 Ladevorgänge, um einen Ladezyklus zu erreichen. Also keine Angst vor
kleinen Aufladungen, im Gegenteil. Man weiß, dass ein Akku bei Wohntemperatur
rund 10 % im Monat verliert. 6 bis 7 % werden den Akkuzellen zugeschrieben.
Die Elektronik ist für weitere 3 % verantwortlich. Im Allgemeinen lädt ein
Notebook seinen Akku auf, wenn er 5 % Ladung verloren hat. Zwei Ladevorgänge
im Monat sind kein Problem, und ob der Akku im Notebook steckt oder im Schrank
liegt, macht keinen Unterschied. Ein Li-Ionen-Akku hat im Schnitt eine
Lebensdauer von 500 bis 1000 Ladezyklen.
Wenn man nun den Akku in einem Zimmer mit Wohntemperatur
lagern möchte, dann kann man ihn genauso gut im Notebook lassen. Wenn das
Notebook nämlich immer an das Stromnetz angeschlossen ist, dann neigt man
dazu, den Akku zu vergessen. Es ist jedoch wichtig, einen kompletten Lade-/Entladezyklus
pro Monat durchzuführen, indem man den Akku vollständig entlädt, um den Akku
zu kalibrieren, ohne jedoch die 5 % Kapazität zu unterschreiten. Wenn sich der
Akku im Notebook befindet, erinnert man sich leichter daran.
Den Akku nicht im Gerät lassen
Den Akku lassen diejenigen im Gerät, die ihn regelmäßig
benötigen. Doch wie weiter unten deutlich wird, bewahrt man Akkus besser kühl
auf. Wenn sich das Notebook nach relativ kurzer Nutzungsdauer (45 Min. bis 1
Std.) stark aufheizt, sollt man den Akku entfernen, wenn das Notebook ans
Stromnetz angeschlossen ist. Das Notebook enthält Bauteile, die Wärme
entwickeln und die die Temperatur des Akkus erhöhen können. Wenn sich das
Notebook stark erwärmt, kann es darüber hinaus sein, dass die Temperatur beim
Laden die 20 °C weit übersteigt, was nicht zu empfehlen ist, wie oben gezeigt
wurde. Um es abzuschließen: Es ist gut, einen Akku an einem trockenen, kalten
(0 °C) Ort zu lagern, wenn man ihn mehrere Monate lang nicht braucht. Man kann
ihn also gut herausnehmen. Doch darf man den monatlichen Lade-/Entladezyklus
zum Kalibrieren des Akkus nicht vergessen.
Achtung Gefahr!

Es ist nicht empfehlenswert, den Akku auseinanderzunehmen, um
die Zellen auszuwechseln, statt den Akku komplett auszutauschen. Außerdem ist
der Akku des Testnotebooks dabei unbrauchbar geworden. Der Hersteller hat
dafür gesorgt, dass der Akku zerstört wird, sobald ihn ein Anwender öffnet.
Für die Sicherheit des Anwenders ist das auch gut. Die Demontage kann einige
Sicherheitsmechanismen unwirksam machen, ohne dass sich der Anwender darüber
klar ist, was seine Hardware und seine Person in Gefahr bringen kann.
Um die Akkuzellen auszuwechseln, braucht man eine gewisse
Erfahrung und genau die gleichen Zellen. Es sind nicht alle Zellen gleich, und
es sind nicht alle dafür gemacht, mit anderen Akkuzellen in Reihe oder
parallel geschaltet zu werden. Zudem erfordert jeder Akku genau seine Menge
Zellen. Noch dazu verkaufen Hersteller von Li-Ionen-Akkuzellen in der Regel
nur an zertifizierte Akkuhersteller. Es gibt allerdings in den
Schwellenländern immer mehr "freie Verkäufer". So waren z. B. die Samsung
ICR-1850 über eine chinesische Website erhältlich. Es ist jedoch dringendst
davon abzuraten, diese Möglichkeit zu nutzen, da sie für den Akku, für das
Notebook und für den Benutzer selbst gefährlich sein kann.
Akku-Lagerung

Der Akku muss mit 40 % Ladung aufbewahrt werden. Diese Grenze
wurde aus Vorsicht festgelegt. Je niedriger die Grenze ist, desto größer ist
das Risiko, dass der Akku vollständig entleert und damit endgültig beschädigt
wird. Wenn man jedoch einen voll geladenen Akku über einen längeren Zeitraum
lagert, ist das auch schlecht, weil er dann schneller an Kapazität verliert.
Der Grund dafür ist, dass die interne Spannung größer ist, wenn der Akku voll
ist, wodurch sich Stress und Abnutzung erhöhen. 40 % wurde darum von
Fachleuten als der beste Kompromiss festgelegt.
Achtung! Es ist besser, diese 40 % beim Laden und nicht beim
Entladen des Akkus zu erreichen. Das Betriebssystem misst nämlich das
Ladeniveau im Verhältnis zur aktuellen Aktivität des Rechners. Wenn zum
Beispiel das System unter Volllast läuft, berechnet es die restliche Laufzeit
und die Laderate entsprechend, doch kann sich der Wert schnell ändern, wenn
sich die Betriebsfrequenz des Prozessors oder die Helligkeit des Bildschirms
ändert. Auch wenn das System heute sehr genau ist, ist es besser, die 40 %
beim Laden des Akkus zu erreichen, wenn die Messung genau sein soll.
Das Problem der Wärme
Wärme wirkt sich unmittelbar auf Akkus aus. Es ist also
wichtig, den Akku kühl und trocken aufzubewahren. Der beste Ort dafür ist der
Kühlschrank. Man schätzt, dass ein Lithiumionen-Akku, der zu 40 % geladen ist
und bei 0 °C aufbewahrt wird, 98 % seiner Kapazität über ein Jahr behält. Bei
25 °C (Wohntemperatur) hat er dann nur noch 96 % seiner Kapazität, bei 40 °C
nur noch 85 %, und bei 60 °C sinkt die Kapazität auf 60 %. Wie bereits gesagt,
verliert ein Akku monatlich rund 10 % seiner Ladung. Im Vergleich dazu behält
ein voll geladener Akku, der ein Jahr lang bei 0 °C gelagert wird, 94 % seiner
Kapazität. Bei 25 °C spricht man von 80 % gegenüber 65 % bei 40 °C.
Zur Information: Der Elektrolyt in den Akkuzellen gefriert ab
-40 °C (nach L. M. Cristo und T. B. Atwater im Buch Characteristics and
Behavior of 1M LiPF6 1EC:1DMC Electrolyte at Low Temperatures. Fort Monmouth,
NJ: U.S. Army Research). Genau genommen wird dieser Wert lediglich diskutiert.
Manche sprechen von -75 °C, andere von -30 °C. THG geht hier von dem Wert aus,
der am sichersten scheint. Es war allerdings keine Quelle zu finden, die davon
abrät, den Akku in den Kühlschrank zu legen und möglichst dicht an 0 °C zu
kommen, die optimale Lagertemperatur.
Die Spuren der Zeit

Eine Feststellung mag schockierend gewirkt haben - die
nämlich, dass unabhängig davon, bei welcher Temperatur oder mit welcher Ladung
der Akku gelagert wird, ein Li-Ionen-Akku mit der Zeit Kapazität verliert. Ein
Akku beginnt nämlich schon ab der Produktion zu altern. Das ist ein Resultat
der Oxidation der Zellen, eine normale Erscheinung, wenn der Akku benutzt wird
oder wenn er altert. Es ist also wichtig, das Herstellungsdatum eines Akkus
vor dem oder beim Kauf zu kennen. Wenn man ihn über das Internet gekauft hat,
sollte man ihn zurückschicken, wenn er über 6 Monate im Ladenregal gelegen
hat. Denn das sind für den Anwender 6 verlorene Monate.
Und was macht man, wenn der Akku den Geist aufgegeben hat? Die
Umweltrisiken sind gering, da diese Akkus so konstruiert sind, dass nichts
austreten kann, und sie sind sicherer als beispielsweise Cadmiumzellen. Es ist
jedoch klar, dass bei der Verbrennung giftige Gase entstehen. Wenn man von
einem Recycling-Programm weiß, dann sollte man es natürlich nutzen und die
Akkus in die entsprechenden Container entsorgen. Man kann auch die Regel "eins
für eins" anwenden, die bei der Umsetzung der europäischen Richtlinie über die
Wiederverwertung von Elektro- und Elektronik-Altgeräten im französischen Recht
durch die Verordnung 2005-829 eingeführt wurde.
Diese Verordnung bestimmt unter anderem, dass ein Verkäufer
(offline oder online) ausgediente Hardware unter der Bedingung annehmen muss,
dass man ein ähnliches Produkt bei ihm gekauft hat (einen Monitor für einen
Monitor, einen PC für einen PC) und dass man ihn darum bittet. Die Entsorgung
soll kostenlos sein. Ein Akku fällt in die Kategorie der Elektro- und
Elektronik-Altgeräte. Wenn man also ein Notebook oder einen Akku kauft, dann
hat man das Recht, die Rücknahme eines Akkus oder eines Notebooks vom Händler
zu verlangen. Schließlich gibt es die Ökosteuer genau deshalb, um die Kosten
für diese Recycling-Bemühungen mitzufinanzieren.
Noch bessere Ausbeute: Brennstoffzelle
Der Li-Ionen-Akku ist alles andere als erstarrt. Es ist kaum
10 Tage her, da haben amerikanische Forscher, die für das amerikanische
Energieministerium arbeiten, eine neue Kathode vorgestellt. Ihre Besonderheit
liegt darin, dass sie aus zwei Schichten Nanokristallen besteht und einen
großen Anteil Mangan enthält. Zwar ist derzeit noch keine Massenproduktion in
Aussicht, doch soll durch dieses Verfahren die doppelte Leistung erreicht
werden.
Entwicklung
1999 tauchte der Lithium-Ionen-Polymer-Akku auf. Er wird in
kleinen Peripheriegeräten eingesetzt, die wenig Strom verbrauchen (HP
verwendet ihn etwa für seine Pocket PC oder Ultra-Portablen), sein Elektrolyt
ist ein gelartiges Polymer. Der Vorteil ist, dass man kleinere Akkus
herstellen kann, die beliebige Formen haben können, da man bei Gel auf die
Metallhülle verzichten kann. Ein anderer Vorteil besteht darin, dass der Akku
weniger flüchtig und nicht so leicht entflammbar ist. Dafür ist jedoch die
Energiedichte nicht so hoch wie bei einem klassischen Li-Ionen-Akku.

Derzeit kommt eine andere Akkuzelle auf, die ebenfalls vom
Li-Ionen-Akku inspiriert ist. Das Lithium-Phosphat hat die Besonderheit,
anstelle der herkömmlichen Kobaltdioxid-Kathode mit einer Kathode zu arbeiten,
die Eisen und Phosphat in einer Mischung vom Typ LiFePO4 enthält. Dieser Akku
hat den Vorteil, weniger flüchtig und weniger gefährlich zu sein. Der
Sauerstoff wird darin nicht so leicht freigesetzt, wodurch eine exothermische
Reaktion verhindert wird, wenn die Temperatur steigt. Diese Akkus sind noch
nicht erhältlich, und man kann ihre Kapazität nicht mit Sicherheit angeben.
Sie wurden erstmalig 1997 von Forschern der Universität von Texas in Austin
(USA) vorgestellt und sind die Speerspitze des Unternehmens Valence.
Schöpfung

Die Wissenschaftler machen große Versprechungen für
Brennstoffzellen, wie etwa 20 Stunden Laufzeit. Egal, welcher Brennstoff
verwendet wird, das Prinzip ist das Gegenteil der Elektrolyse: man verwendet
Wasserstoff und Sauerstoff, um Elektrizität zu erzeugen. Man schränkt diese
Akkus nicht auf einfache Notebooks ein, sondern man stattet damit auch einige
Prototypen von Personenwagen und bestimmte Großprojekte aus. Auf dem
Massenmarkt und bei den Verbraucherprodukten wartet man immer noch auf sie.
Doch bevor so ein Produkt marktfähig ist, muss es ernsthafte Hindernisse
überwinden, wie etwa das Aufladen des Akkus mit Ethanol-Patronen, was einen
erheblichen Gesinnungswandel erfordert.
Im zweiten Teil des Artikels geht es um die Laufzeit von
Li-Ionen-Akkus in Notebooks unter verschiedenen Betriebssystemen und darum,
was man wissen muss, um kostbare Minuten zu sparen.
Tom's Hardware -
http://www.tomshardware.com/de
http://www.tomshardware.com/de/Li-Ionen-Akkus,testberichte-239772.html